Gordons Sonnenuhr: Anleitung
„Gordons Sonnenuhr” ist im Prinzip eine Einzeigeruhr mit einem sich täglich wandelnden Ziffernblatt, das sich an den Rhythmen der Natur und Gestirne orientiert. Es zeigt Sonnenstand und Sternenhimmel. Eine neue Art von Zeitdarstellung, die nicht künstlich ist wie unsere herkömmliche Uhr (mit Eisenbahnzeit und Zeitumstellung), sondern sich im Einklang mit den Jahreszeiten bewegt.
HINWEIS: Sie können zwischen dieser Anleitung und dem Ziffernblatt hin- und herwischen.
–– Ihr Blick:
In der Mitte des Bildschirms sehen Sie eine waagerechte Linie. Dies ist der Horizont (die Erdoberfläche). Das spitze Dreieck in der Mitte ist ein Fichtenbaum, den Sie aus der Ferne sehen (oder eine Kirche). Sie schauen nicht von oben auf ihn herab, sondern stehen davor.
Wenn Sie an den Einstellungen nichts geändert haben („Blickrichtung: automatisch”), schauen Sie auf der Nordhalbkugel meist nach Süden (auf der Südhalbkugel nach Norden). Objekte links auf dem Bildschirm liegen im Osten, rechts im Westen (umgekehrt auf der Südhalbkugel). Am Rand des Horizonts stehen die jeweiligen Himmelsrichtungen.
Der hellere Streifen unter dem Horizont zeigt die bürgerliche Dämmerung an. Der große, dunkelgraue Bereich symbolisiert die Nacht (inkl. der nautischen Dämmerung). Objekte, die sich in diesem Bereich aufhalten, sind nicht sichtbar.
Oben rechts sehen Sie die lokale Zeit (optional), die Höhe der Sonne in Grad am Himmel (z.B. 27,6°) sowie Ihre Position als Zifferncode (z.B. „cri-hs”) oder einen Ortsnamen, wenn Sie einen eingegeben haben. Darunter die Lichtjahreszeit und die ungleiche Temporalstundenanzeige.
–– Sonne:
Die ☉ Sonne (am Ende des einzigen Zeigers der Uhr) wandert im Laufe des Tages von links nach rechts (umgekehrt auf der Südhalbkugel). Je weiter links die Sonne auf dem Bildschirm ist, desto mehr ist sie im Osten; je weiter rechts, desto mehr im Westen (umgekehrt auf der Südhalbkugel). Je höher die Sonne auf dem Bildschirm zu sehen ist, desto höher steht sie am Himmel.
Die Sonne folgt der eingezeichneten Kreisbahn, auf der sie sich innerhalb eines Tages bewegt. Am Rande der Kreisbahn sind Stunden angegeben (z.B. „12” Uhr), so dass die Kreisbahn auch als Ziffernblatt fungiert.
Am Ziffernblatt z.B. kann man sehen, wie während der Zeitumstellung sich die Ziffern verschieben, die Kreisbahn jedoch gleich bleibt. Oder: wie die gesetzliche Zeit an den meisten Orten von der Ortszeit abweicht, da 12 Uhr nicht exakt oben auf dem Ziffernblatt liegt. Die temporalen Stunden machen es anders: Zur 12. Stunde (12ἡ) ist immer Sonnenuntergang.
–– Mond:
Der ● Mond hat ebenfalls eine Kreisbahn, die hellgrau gezeichnet ist. Da der Mond mehr als 24 Stunden für einen Umlauf braucht, sind 1,5 Stunden vom Vortag in extra hellem Grau angefügt. Wenn man „mit der Uhr lebt”, sieht man schön, wie sich der Mond über 27 Tage hinweg höher und tiefer schraubt. Außerdem kann man beobachten, wie er zu Vollmond der Sonne in der Kreisposition gegenübersteht (fern); zu Neumond er aber auf derselben Kreisposition steht (sonnennah). Es ist selten exakt dieselbe Position, weil die Mondbahn gegenüber der Sonnenbahn geneigt ist. Exakt dieselbe Position ist es nur bei einer Sonnenfinsternis.
Neumond wird für 48 Stunden angezeigt, weil die Mondsichel in diesem Zeitraum mit bloßem Auge meist nicht zu sehen ist. Vollmond wird für 24 Stunden dargestellt. Die Neuberechnung der Sonnen- und Mondbahn findet jeweils um UTC 00:00 statt.
–– Planeten:
Es werden die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten gezeigt, je nach Design mit Fotos, wie man sie durch ein Fernglas sehen würde bzw. durch ihre astronomischen Symbole. Wenn Sie sich den echten Sternenhimmel ansehen, können Sie Planeten von Sternen unterscheiden, indem Sie wissen, dass Planeten nicht flackern, sondern beständig leuchten. Sie erscheinen am Himmel größer als die weit entfernten Sterne und werden daher von den Dichteschwankungen der Atmosphäre nicht so stark beeinflusst.
♀ Venus (perlenfarben), ♂ Mars (rötlich), ♃ Jupiter (gestreift), ♄ Saturn (mit Ringen), ☿ Merkur (grau)
–– Sterne:
Es werden die zehn hellsten Sterne gezeigt, symbolisiert durch einen Buchstaben in einem Quadrat. Während sich die Planeten relativ geordnet, meist mehr oder weniger in der Nähe der Sonnenbahn aufhalten, ist die Bahn der Sterne von der Sonne unabhängig – sind sie doch ihre eigene Sonne. Bei den Sternensymbolen sind immer zwei Seiten des Quadrats kräftiger gezeichnet als die beiden anderen. Dies deutet die Ecke bzw. den Quadranten ihrer Bahn an, in dem sie sich aktuell aufhalten. Ist die hervorgehobene Ecke unten rechts, befindet sich der Stern (mehr oder weniger) am „Ende“ seiner Bahn nach unten und rechts. Er wird sich bei seinen weiteren Bewegungen hauptsächlich nach oben und links bewegen (oft auch außerhalb des Bildschirms). Ist die obere Seite stärker, befindet sich der Stern vor Ihnen; ist die untere stärker, hinter Ihnen (wenn Sie die Drehrichtung nicht geändert haben).
[s] Sirius, [k] Canopus, [f] Alpha Centauri, [a] Arktur, [w] Wega, [c] Capella, [r] Rigel, [p] Prokyon, [b] Beteigeuze, [h] Achernar
–– Sternschnuppen:
Jedes Jahr trifft die Erde auf Staubspuren kleiner Himmelskörper. Dabei entstehen Sternschnuppen. Während der acht wichtigsten Sternschnuppenströme wird der Bereich markiert, in dem Sternschnuppen besonders häufig zu sehen sind (sie können jedoch überall auftreten). Der Suchbereich ist bei guter Sichtbarkeit rot, und es sind viele Schnuppen pro Stunde möglich. Beste Zeit ist meist die zweite Nachthälfte, da sich die Erde dann in die Staubspur hineindreht. Ein rotes Quadrat mit Buchstaben markiert den Punkt, von dem sie scheinbar ausgehen. Wie bei den Sternen sind zwei Seiten stärker gezeichnet; sie zeigen die Richtung des Suchbereichs (oben = vor dir, unten = hinter dir, bezogen auf die Blickrichtung). Daten variieren jährlich leicht:
[Y] Lyriden (...), [E] Eta-Aquariiden (...), [D] Südliche Delta-Aquariiden (...), [P] Perseiden (...), [O] Orioniden (...), [L] Leoniden (...), [G] Geminiden (...), [Q] Quadrantiden (...)
–– Uhr verstellen:
Wenn Sie die Zeit vor- oder zurückdrehen möchten, drücken Sie den ⬌ Knopf. Danach in Bildschirmmitte gedrückt halten und langsam nach rechts oder links wischen. Die Höhe bestimmt die Schrittweite: oben Jahre, unten Minuten. Beim Loslassen wird das Ziffernblatt neu berechnet (Dauer 1–30s). Mit einem Tipp am rechten oder linken Bildschirmrand springen Sie 1h vor bzw. zurück. Zum Seitenwechseln ganz unten oder oben wischen. Wenn Sie weiter in der Zeit zurückgehen möchten, z. B. zu Ihrem Geburtshimmel, können zusätzliche Ephemerisdaten heruntergeladen werden (Jahre 1900–2050, s. Seite 4).
–– Wetter:
Unten links kann eine lokale Wettervorhersage eingeblendet werden (Details: Seite 1 u.). Sie zeigt in besonnener Art den Charakter des Tages durch Symbole: z.B. steht ... für tatsächlichen Regen (6–18 Uhr), nicht vereinzeltes Nieseln (analog: ... viel Regen, ... Schnee, ... ungewiss, ... trocken, ... sonnig, ... viel Sonne, ... windstill, ... windig, ... Sturm, ... orkanartig). Kein Symbol bedeutet unauffällige Wetterlage. Von unten nach oben: aktuelle Temperatur, Tagesdaten Niederschlag (χ = Schnee) und Sonnenstunden; Wochentag = morgen; grau = alte Daten, ⁺ = aktuell. Die Wetterdaten werden zudem für die atmosphärische Lichtbrechung genutzt und beeinflussen leicht den Zeitpunkt von Sonnenauf- und -untergang.
–– Historie:
„Gordons Sonnenuhr” ist das Ergebnis einer über zwanzigjährigen Auseinandersetzung mit Zeitdarstellung. Ausgangspunkt war eine mechanische Organuhr mit 24h Ziffernblatt und monatsabhängiger Anzeige von Sonnenauf- und -untergang. Daraus entwickelte sich das Konzept einer Sonnenuhr, zunächst als Machbarkeitsstudie und ePaper-Wanduhr, später kamen Wetteranzeige und GPS hinzu. Die Idee einer mobilen Version mündete in dieser Android-App.
Ziel der Entwicklung ist eine Zeitdarstellung, die sich an Sonnenlauf und den natürlichen Tages- und Jahreszyklen orientiert – als Rückverbindung des Menschen zur Natur und zu unserer inneren, zirkadianen Zeit. Viel Freude und Erkenntnis damit!
Daten
Aktuelle Daten³ für Ihren Standort:
– Sonne¹ –
Uhrzeit: ...
Temporalstunde: ...
Lichttag: ...
Lichtzeit: ...
Sonnenwende: ...
Nachtgleiche: ...
– Mond² –
Mondnacht: ...
Beleuchtet: ...
Größe: ... (85-100)
Neumond: ...
Vollmond: ...
– Helligkeit –
Venus: ... (83-100)
Mars: ... (52-100)
Jupiter: ... (87-100)
Saturn: ... (77-100)
Merkur: ... (0-100)
¹ Uhrzeit: GPS = synchronisiert | Temporalstunde: lokale, ungleiche Stunde (0,0–11,9) „ἡ” des Tages oder „ν” der Nacht. „φ” Nachtwache mit ungleichen „Minuten“ (0φ00–3φ59) | Lichtzeit: s.u. | Lichttag & Agnihotra: Aufgang–Untergang heute [Aufgang morgen], ⁺ = aktuelles GPS | ² Voll- und Neumond: Zeitpunkt (in Tagen/vor Tagen) | Mondnacht: s.u. | ³ Berechnet mit JPL-Ephemeriden (Almanach-Genauigkeit) | ⁴ Wetter: Tagesverlauf (☀ Sonne, ◴ Fortschritt, ₁₂₃ = aktueller 3h-Block, ☂ Regen klickbar = Radar, ✈ Böen). Jetzt = nächste 3 Stunden, ◵ = ältere Daten. Anzeige wegen Zuverlässigkeit auf 48h beschränkt | Unten Tageswerte: min...max...[Nachtmin] (χ = Schnee)
–– Info:
Mondnacht funktioniert wie unser Datum, aber mit Nächten: Μx·y (p/z) mit x = Mond„monat” des Jahrs, y = Nacht des Mondmonats. Μ1 ist der erste Vollmond im Lichtjahr (≈ Chinesisches Neujahr). Da Mondmonate verschieden lang sind, gibt z die Gesamtnächte des Mondmonats an, p die Vollmondnacht. Die Nacht endet bei Sonnenaufgang.
Die Lichtjahreszeit teilt das Jahr in acht Phasen zunehmenden und abnehmenden Lichts: 1. Gedeihen (...), 2a. Ankommen im Licht (...), 2b. Lichtruhe (...), 2c. Abschied vom Licht (...), 3. Schwinden (...), 4a. Ankommen im Dunkeln (...), 4b. Dunkelruhe (...) und 4c. Abschied vom Dunkeln (...). Kurzform: Ϟx·y (x = Phase, y = % Fortschritt). Daten ändern sich jedes Jahr leicht.
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